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Abschreibung ERP Software – Corona machts möglich – Digitalisierung wird gefördert

Abschreibung ERP Software: Förderung der Digitalisierung durch schnellere Abschreibungsmöglichkeit von Software und Hardware

Die Ministerpräsidentenkonferenz hat bei ihrem Treffen am Dienstag, 19.01.21, wichtige Änderungen in die Wege geleitet und mit  dem BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021 ändert man nach Jahren endlich auch in Deutschland seine Auffassung zur Nutzungsdauer von Computern und Software. Die bisher in der AfA-Tabelle enthaltene Nutzungsdauer für Computer wird von drei Jahren auf ein Jahr herabgesetzt.

Dafür wurde es im internationalen Vergleich auch endlich Zeit! Nach etwa zwanzig Jahren mit dreijähriger Abschreibungsdauer hat man in Deutschland nun erkannt: Diese Wirtschaftsgüter unterliegen aufgrund des technischen Fortschritts einem immer schnelleren Wandel und Unternehmen benötigen regelmäßig neue Software und Geräte, um dauerhaft am Markt bestehen zu können!

Im Ergebnis ist es leider zu keiner gesetzlichen Regelung gekommen, sondern zu einer sogenannten „untergesetzlichen Regelung“ in Form eines BMF-Schreibens. Angesichts der wirtschaftlichen Tragweite der Regelung (insbesondere bei der Einführung von ERP-Systemen) erscheint daher zukünftig eine gesetzliche Regelung wünschenswert.

 

Hardware und betriebliche Anwendersoftware als Kernbereich der Digitalisierung

Vermutlich motiviert durch Corona und damit einhergehend dem Trend zu Homeoffice und Digitalisierung schafft die Bundesregierung tatsächlich Fakten, die Digitalisierungsinvestitionen deutscher Unternehmen zu unterstützen. Das Bundesfinanzministerium erklärt in einem ausführlichen BMF-Schreiben:

„Den Kernbereich der Digitalisierung bilden die Computerhardware (einschließlich der dazu gehörenden Peripheriegeräte) sowie die für die Dateneingabe und -verarbeitung erforderliche Betriebs- und Anwendersoftware. Diese Wirtschaftsgüter unterliegen aufgrund des raschen technischen Fortschritts einem immer schnelleren Wandel. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die der Abschreibung nach § 7 Einkommensteuergesetz (EStG) zugrunde zu legen ist, wurde für diese Wirtschaftsgüter allerdings seit rund 20 Jahren nicht mehr geprüft und bedarf deshalb einer Anpassung an die geänderten tatsächlichen Verhältnisse.“

Es folgt weiter unten eine detaillierte Auflistung, was unter Computerhardware zu verstehen ist.

 

Abschreibung von Software innerhalb eines Jahres

Erfreulich ist, dass auch betriebliche Software ab sofort innerhalb eines Jahres abgeschrieben werden kann. Hierzu findet sich im BMF-Schreiben folgender Passus:

„Der Begriff „Software“ im Sinne dieses Schreibens erfasst die Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und -verarbeitung. Dazu gehören auch die nicht technisch physikalischen Anwendungsprogramme eines Systems zur Datenverarbeitung, sowie neben Standardanwendungen auch auf den individuellen Nutzer abgestimmte Anwendungen wie ERP-Software, Software für Warenwirtschaftssysteme oder sonstige Anwendungssoftware zur Unternehmensverwaltung oder Prozesssteuerung.“

 

Gültig ab 2021 – und sogar rückwirkend anwendbar

Die neuen Abschreibungsmöglichkeiten gelten „für Wirtschaftsjahre, welche nach dem 31. Dezember 2020 enden“. Und die Regelung geht erfreulicherweise sogar noch weiter: die neuen Abschreibungsmöglichkeiten können sogar rückwirkend angewendet werden:

„In Gewinnermittlungen nach dem 31. Dezember 2020 können die Grundsätze dieses Schreibens auch auf entsprechende Wirtschaftsgüter angewandt werden, die in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt wurden und bei denen eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde.

Ab 2021 gilt also eine Abschreibungsdauer von einem Jahr – was  dann faktisch eine Abschreibung in zwei Steuererklärungen bedeuten kann – denn, hier wird von zwölf Monaten ausgegangen und nicht vom Kalenderjahr. Eine Sofortabschreibung scheidet weiter aus (außer die Anschaffungskosten bewegen sich innerhalb der Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter).

Für Unternehmer gilt daher: Die Änderung findet erstmals Anwendung in Gewinnermittlungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2020 enden. In Gewinnermittlungen nach dem 31. Dezember 2020 können die Grundsätze dieses Schreibens auch auf entsprechende Wirtschaftsgüter angewandt werden, welche in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt wurden und bei denen eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde.

Neben der sofortigen Abschreibungsmöglichkeit existieren darüber hinaus großartige Fördermöglichkeiten für Digitalisierungsprojekte über EU, Bund und Länder.

 

Abschreibung ERP Software?

Das BMF-Schreiben beinhaltet hierzu ein weiteres Wahlrecht: Voraussetzung hierfür ist, dass die Anschaffung oder Herstellung der Software in einem früheren Wirtschaftsjahr liegt. Zusätzlich muss eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt worden sein. Ist dies der Fall, besteht die Möglichkeit, den bestehenden Restbuchwert einer in den Vorjahren erworbenen Hard- oder Software im Jahr 2021 vollständig als Betriebsausgabe zu erfassen. Bei Ausübung dieses Wahlrechts kommt es zu einer Annäherung in der Behandlung (des Restbuchwerts) von in früheren Wirtschaftsjahren erworbenen Wirtschaftsgütern und den im Jahr 2021 erworbenen Wirtschaftsgütern.

Das BMF hat außerdem zwei weitere Regelungen für nicht weiter anwendbar erklärt: So ist das BMF-Schreiben zur bilanzsteuerrechtlichen Beurteilung von Aufwendungen zur Einführung eines betriebswirtschaftlichen Softwaresystems für Gewinnermittlungszeiträume mit Ende nach dem 31. Dezember 2020 nicht mehr anwendbar. Außerdem findet die bisherige Regelung, nach der bei EDV-Hardware in der allgemeinen AfA-Tabelle eine Nutzungsdauer von drei Jahren vorgesehen war, keine weitere Anwendung.

 

Was genau versteht das BMF unter »Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung«?

‚Computer‘ bezeichnet ein Gerät, das Logikoperationen ausführt und Daten verarbeitet, das in der Lage ist, Eingabegeräte zu nutzen und Informationen auf Anzeigegeräten auszugeben und das in der Regel eine Zentraleinheit (ZE) beinhaltet, die die Operationen ausführt. Ist keine ZE vorhanden, muss das Gerät als Client Gateway zu einem Computer-server fungieren, der als Computerverarbeitungseinheit dient.

‚Desktop-Computer‘ bezeichnet einen Computer, dessen Haupteinheit an einem festen Standort aufgestellt wird, der nicht als tragbares Gerät ausgelegt ist und der mit einem externen Anzeigegerät sowie externen Peripheriegeräten wie Tastatur und Maus genutzt wird. Bei einem »integrierten Desktop-Computer« funktionieren der Computer und das Anzeigegerät als Einheit, deren Wechselstromversorgung über ein einziges Kabel erfolgt.

‚Notebook-Computer‘ bezeichnet einen Computer, der speziell als tragbares Gerät und für den längeren Betrieb mit oder ohne direkten Anschluss an eine Wechselstromquelle konzipiert ist. Notebook-Computer verfügen über ein integriertes Anzeigegerät mit einer sichtbaren Bildschirmdiagonale von mindestens 22,86 cm (9 Zoll) und können mit einem integrierten Akku oder einer anderen tragbaren Stromquelle betrieben werden. Unterkategorien des Notebook-Computers sind unter anderen:

  • ‚Tablet-Computer‘: eine Notebook-Computerart, die sowohl über ein eingebautes berührungsempfindliches Anzeigegerät als auch über eine eingebaute physische Tastatur verfügt.

  • ‚Slate-Computer‘: eine Notebook-Computerart, die über ein eingebautes berührungs-empfindliches Anzeigegerät, nicht aber über eine eingebaute physische Tastatur verfügt.

  • ‚mobiler Thin-Client‘: eine Notebook-Computerart, die eine Verbindung zu entfernten Rechenressourcen (z. B. Computerserver, Remote-Workstation) benötigt, mit denen die hauptsächliche Datenverarbeitung erfolgt, und die über kein eingebautes Rotations-Speichermedium verfügt.

‚Desktop-Thin-Client‘ bezeichnet einen Computer, der eine Verbindung zu entfernten Rechenressourcen (z. B. Computerserver, Remote-Workstation) benötigt, mit denen die hauptsächliche Datenverarbeitung erfolgt, und der über kein eingebautes Rotations-Speichermedium verfügt. Die Haupteinheit eines Desktop-Thin-Clients wird an einem festen Standort (z. B. auf einem Schreibtisch) aufgestellt und ist nicht als tragbares Gerät ausgelegt. Desktop-Thin-Clients können Informationen entweder auf einem externen oder, soweit vorhanden, auf einem eingebauten Anzeigegerät ausgeben.

‚Workstation‘ bezeichnet einen Hochleistungs-Einzelplatzcomputer, der neben anderen rechenintensiven Aufgaben hauptsächlich für Grafikanwendungen, Computer Aided Design, Softwareentwicklung sowie finanzwirtschaftliche und wissenschaftliche Anwendungen genutzt wird.

‚Mobile Workstation‘ bezeichnet einen Hochleistungs-Einzelplatzcomputer, der neben anderen rechenintensiven Aufgaben mit Ausnahme von Spielen hauptsächlich für Grafikanwendungen, Computer Aided Design, Softwareentwicklung sowie finanz-wirtschaftliche und wissenschaftliche Anwendungen genutzt wird, und der speziell als tragbares Gerät und für den längeren Betrieb mit oder ohne direkten Anschluss an eine Wechselstromquelle konzipiert ist. Mobile Workstations haben ein integriertes Anzeigegerät und können mit einem integrierten Akku oder einer anderen tragbaren Stromquelle betrieben werden. Die meisten mobilen Workstations verfügen über ein externes Netzteil sowie eine integrierte Tastatur und ein integriertes Zeigegerät.

Small-Scale-Server‘ bezeichnet eine Computer-Art, die in der Regel Desktop-Computer-Komponenten im Desktopgeräteformat verwendet, jedoch in erster Linie als Speicherhost für andere Computer und zur Ausführung von Funktionen wie der Bereitstellung von Netzinfrastrukturdiensten und dem Daten-/Medien-Hosting bestimmt ist und

  • als Standgerät, Turmgerät oder in einem sonstigen Format ausgelegt ist, das dem Format von Desktop-Computern ähnelt, so dass alle Datenverarbeitungs-, Speicher- und Netzschnittstellenkomponenten in einem Gehäuse untergebracht sind;

  • die für den Betrieb 24 Stunden pro Tag an 7 Tagen in der Woche ausgelegt ist;

  • die in erster Linie für den Simultanbetrieb in einer Mehrbenutzer-Umgebung ausgelegt ist, in der mehrere Benutzer an vernetzten Client-Geräten arbeiten können;

  • die über ein Betriebssystem verfügt, das für Heimserver oder Serveranwendungen im unteren Leistungsbereich ausgelegt ist, sofern das Gerät mit einem Betriebssystem in Verkehr gebracht wird.

‚Dockingstation‘ bezeichnet ein separates Produkt, das an einen Computer angeschlossen wird und dazu dient, Funktionen wie z. B. die Erweiterung der Anschlussmöglichkeiten oder das Zusammenlegen von Anschlüssen für Peripheriegeräte zu übernehmen. Dockingstations können auch das Laden von internen Akkus im angeschlossenen Computer erleichtern.

‚Externes Netzteil‘ bezeichnet ein Gerät, das dafür konzipiert ist, Wechselstrom (AC) aus dem Stromnetz in Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) niedrigerer Spannung umzuwandeln; das die Umwandlung jeweils nur in eine Gleichstrom -oder eine Wechselstromausgangsspannung vornehmen kann; das zum Betrieb mit einem separaten Gerät – dem Primärverbraucher – bestimmt ist; das sich in einem vom Primärverbraucher physisch getrennten Gehäuse befindet; das über einen abnehmbaren oder fest verdrahteten elektrischen Anschluss mit Stecker und Kupplung, ein Kabel, eine Litze oder eine sonstige Verdrahtung mit dem Primärverbraucher verbunden ist und das über eine Ausgangsleistung laut Typenschild von höchstens 250 Watt verfügt.

‚Peripherie-Geräte‘ sind alle Geräte, die nach dem EVA-Prinzip (Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe) zur Ein- und Ausgabe von Daten genutzt werden. Peripheriegeräte lassen sich funktional in drei Gruppen gliedern:

  • Eingabegeräte: Tastatur, Maus, Grafiktablett, Scanner, Kamera, Mikrofon, Headset, u. ä.

  • Externe Speicher: Festplatte, DVD-/CD-Laufwerk, Flash Speicher (USB-Stick), Bandlaufwerke (Streamer)

  • Ausgabegeräte: Beamer, Plotter, Headset, Lautsprecher und »Computer-Bildschirm« oder auch Monitor oder Display (dient der Darstellung der Benutzeroberfläche und der Datenausgabe) sowie »Drucker« (Geräte, die Computerdaten in graphischer Form auf Papier oder Folien bringen, Non-Impact-Drucker (anschlagfrei, Laserdrucker, Tintenstrahldrucker) und Impact-Drucker [Nadeldrucker]).

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