One-Stop-Shop - OSS - Steuer - Handel - eNVenta ERP

One-Stop-Shop? Wie ist das in eNVenta ERP abbildbar?

One-Stop-Shop? Wie setzen Sie das in eNVenta ERP um?

Heute ein Blogbeitrag zu einem aktuellen Thema vieler Großhändler – Sie fragen – wir antworten…

Frage nach der One-Stop-Shop Umsetzung in eNVenta ERP:

Zum 1. Juli müssen wir alle die OSS der EU für Privatkundenumsätze umsetzen. Gibt es in enventa eine Lösung oder bedeutet das manuelle Umstellarbeit?

 

Auslesbar am Ende eines Monats müssen sein:

1) Umsatz pro Monat an welches EU-Land in netto

2) die Höhe der jeweiligen ausländische Steuer auf den jeweiligen Umsatz

 

Das Ganze sollte am Besten auch auslesbar sein für den DATEV-Export.

Hilfe zur Umsetzung One-Stop-Shop in eNVenta ERP:

Wichtigste Info: Wir können die OSS bereits mit vorhandenen Mitteln in eNVenta abwickeln!

Neues MwSt.Kz. / Neuer Steuerschlüssel / Neue Steuerkonto / Neue Erlöskonto / Neue UVA-Struktur /
Verschlüsselung in der USt.Allgemein / Spezifisch
Voraussetzung natürlich: Sie sind über die Lieferschwelle.

 

Eine Umsetzung per „Knopfdruck“ von eNVenta gibt es nicht. Zu unterschiedlich ist der Bedarf bei den verschiedenen Kunden.

 

Die Lösung geht in die genannte Richtung:

Das bedeutet, dass sich für eNVenta nichts ändern sollte, denn…

… für die Erfassung und Identifizierung der Steuern müssten schon Steuerschlüssel vorhanden sein.

…. Kunden sollten bereits mit einen MWst-Kz. gekennzeichnet sein.

weitere Tipps zur Umsetzung in eNVenta ERP:
  • Wenn gefordert, dann für jedes Land ein Umsatzkonto anlegen
  • Ggf. eine neues Steuerkonto (wenn nicht schon vorhanden) für die ausländische Steuer anlegen
  • – Pro Land ein Steuerschlüssel mit dem entsprechenden Steuersatz anlegen. Wenn von DATEV bekannt, kann hier der „DATEV Steuerschl.“ zugeordnet werden.
  • Pro Land ein Mwst.-Kz. anlegen, wo das Umsatzkonto sowie der Steuerschlüssel hinterlegt wird.
  • Am Kunden das Mwst.-Kz. hinterlegen.
  • bitte lassen Sie sich die die Kürzel für die Steuerschlüssel von Datev geben. (also z.b. die genannte 123, 124, usw)
  • Diese können dann in der Tabelle Steuerschlüssel in der Spalte „DATEV Steuerschl.“ hinterlegt werden.
  • Bitte auch gleich die Schlüssel für die „Umkehrung“ erfragen

Falls Sie für die Umsetzung unsere Unterstützung benötigen, kommen Sie gerne auf uns zu.

Eine Email senden Sie bitte an: support@erp-novum.de

Wie kann sich der (Online-)Handel weiter auf One-Stop-Shop vorbereiten?

Folgende Schritte sind ratsam, um als Unternehmen mit den neuen Regelungen ab 1. Juli 2021 umgehen zu können:

  • Seit 1. April 2021 kann eine Registrierungs-Anzeige an das BZSt auf elektronischem Wege übermittelt werden (unbedingt erledigen).
  • Soll OSS ab dem 1. Juli 2021 genutzt werden, so muss die Registrierung bis spätestens einen Tag vorher, also bis spätestens 30. Juni 2021 erfolgen (besser vorher erledigen).
  • Lieferschwellen, welche für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 gelten: es ist keine Halbierung der Lieferschwellen geplant, obwohl es sich nur um einen Zeitraum von sechs Monaten handelt. Seitens BMF wurde keine Halbierung angekündigt (Lieferschwellen weiter beobachten)
  • Die neue Lieferschwelle von einheitlich 10.000 Euro wird für 2021 nicht halbiert (bei der Beobachtung von Lieferschwellen bedenken)
  • weitere Details dazu finden sich im Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 1. April 2021
  • Händler, welchen bereits die Teilnahme an den Regelungen von MOSS oder IOSS ablehnend beschieden wurde, werden voraussichtlich auch für OSS ausgeschlossen.
  • Das ‚bisherige‘ MOSS Verfahren wird ab 1.Juli 2021 in das neue OSS Verfahren integriert. Ab der zweiten Jahreshälfte 2021 gibt es dann kein separates MOSS Verfahren mehr.

One-Stop-Shop – kurze Zusammenfassung OSS: Zahlen, Daten, Fakten

  • One-Stop-Shop (OSS) soll ab 1. Juli 2021 starten.
  • Dieses System stellt die Basis für die Umsetzung der EU-Mehrwertsteuerreform dar.
  • Mit OSS wäre dann nur noch eine zentrale Registrierung im Heimatland des Unternehmens notwendig – einzelne Umsatzsteuermeldungen in einzelnen Ländern würden damit weitgehend entfallen.
  • Es gibt jedoch Transaktionen, die voraussichtlich nicht über OSS abzuwickeln sind, dies betrifft vor allem einige der Aspekte bei der Nutzung von Fulfillment-Centern im EU-Ausland.
  • OSS zeigt damit bereits Schwachstellen vor dem Start der Reform. Im Bereich Dienstleistungen wurde etwas ähnliches  bereits umgesetzt. Dieses MOSS (Mini-One-Stop-Shop) genannte Verfahren bezeichnet eine Sonderregelung, welche es ermöglicht, eine Steuererklärung zentral an das Bundeszentralamt für Steuern zu übermitteln. Nutzen können dieses Verfahren derzeit alle Anbieter von elektronischen Dienstleistungen innerhalb der EU. Damit ist MOSS quasi der Vorreiter von OSS.
  • One-Stop-Shop stellt also ursprünglich eine Bezeichnung dar, welche in mehreren Bereichen und nicht nur im steuerlichen Rahmen genutzt wird. Derzeit ist der Begriff OSS jedoch meist in Zusammenhang mit der EU-Mehrwertsteuerreform in aller Munde.

One-Stop-Shop – ausführliche Infos:

OSS – Vom Versandhandelsumsatz zu Fernverkauf

Aus umsatzsteuerlichen Versandhandelsumsätzen werden dann zum 01.07.2021 sogenannte Fernverkäufe. An die Stelle der nationalen Lieferschwellen tritt eine europaweit einheitliche Geringfügigkeitsschwelle von 10.000 Euro. Unternehmer können ihre im EU-Ausland steuerpflichtigen Fernverkäufe über den sogenannten „One-Stop-Shop“ melden. Die Teilnahme an diesem Verfahren können Unternehmer seit dem 01.04.2021 beim BZSt beantragen.

Am 01.07.2021 ist es nun so weit: Die derzeitige Versandhandelsregelung wird durch die Fernverkaufsregelung abgelöst. Damit einhergehend fallen die bislang geltenden länderspezifischen Lieferschwellen weg. Diese hatten bislang zur Folge, dass sich gerade kleine und mittlere Unternehmen bei geringen Auslandsumsätzen im Ausland nicht umsatzsteuerlich registrieren mussten.

 

Der Steuerrechtsausschuss des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V. (DStV) befasste sich in seiner Sitzung am 19.03.2021 mit der neuen Fernverkaufsregelung:

One-Stop-Shop – Geringfügigkeitsschwelle statt nationaler Lieferschwellen

  • Bei Fernverkäufen im B2C-Bereich gilt künftig: Der Ort der Lieferung befindet sich dort, wo sich der Gegenstand bei Transportende befindet.
  • Grundvoraussetzung ist, der liefernde Unternehmer hat die EU-einheitliche Geringfügigkeitsschwelle von 10.000 Euro überschritten; oder er hat auf deren Anwendung verzichtet.
  • Dies dürfte dazu führen, dass mehr Unternehmer als bislang im Ausland Umsätze versteuern müssen. Um dies zu erleichtern, können Unternehmer das neue besondere Besteuerungsverfahren, den sog. One-Stop-Shop (OSS), nutzen.

Teilnahme am One-Stop-Shop-Verfahren

Der Ausschuss macht im Zusammenhang mit der Anmeldung zur Teilnahme am OSS auf die Pressemitteilung des Bundeszentralamtes für Steuern (BZSt) aufmerksam:

Die Teilnahme am besonderen Besteuerungsverfahren kann seit dem 01.04.2021 mit Wirkung zum 01.07.2021 elektronisch über das BZStOnline‑Portal (BOP) beantragt werden. Unternehmer, die bereits den sog. Mini-One-Stop-Shop nutzen, müssen sich nicht erneut registrieren.

Für die Sonderregelungen registrierte Unternehmer können im jeweiligen Bereich des BOP ihre Registrierungsdaten ändern, ihre Steuererklärung abgeben und berichtigen, sowie sich vom Verfahren abmelden.

Ausführlichere Informationen sollen in Kürze auf der Homepage des BZSt veröffentlicht werden.

One-Stop-Shop – finales BMF-Schreiben zur Umsetzung der zweiten Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets:

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat zwischenzeitlich auch das finale BMF-Schreiben zur zweiten Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets veröffentlicht.

Dieses stellt klar, dass die neue Geringfügigkeitsschwelle von 10.000 Euro im Kalenderjahr 2021 nicht zeitanteilig aufzuteilen ist (Abschn. 3a.9a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2).

Der DStV begrüßt diese Klarstellung, welche er in seiner Stellungnahme S 02/21 zum vorherigen Entwurfs-Schreiben angeregt hatte.

One-Stop-Shop – Besonderes Augenmerk: Kleinunternehmer

Besonders aufpassen sollten Online-Händler, die umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer gelten.

Überschreiten Sie die neue EU-weit einheitliche Lieferschwelle in Höhe von 10.000 Euro, können sie Meldepflichten im Ausland treffen. Sie sollten daher bereits jetzt prüfen, ob eine Teilnahme am OSS-Verfahren für Sie in Frage kommt.

 

Was wird mit One-Stop-Shop nicht gelöst?

Das Modell von OSS ist für den innergemeinschaftlichen EU-Handel teilweise schon vor seiner Einführung überholt. Einige Transaktionen, welche bei der Entscheidung für dieses Modell noch gar nicht existierten oder deren Relevanz noch nicht so groß war, lassen sich nach derzeitigem Stand nicht über OSS abwickeln.

In diesen Fällen ist vermutlich weiterhin eine lokale Registrierung im Bestimmungsland erforderlich:

  • Lieferungen innerhalb des EU-Staates, in welchem das ausländische Fulfillment-Center in der EU liegt. Dies betrifft sowohl B2C- als auch B2B-Transaktionen.
  • Innergemeinschaftliche Verbringungen / Erwerbe im EU-Ausland: betrrifft Fulfillment-Center, welche im Ausland genutzt werden.
  • Amazon-Commingling-Transaktionen – Infos dazu
  • Vorsteuerbeträge im EU-Ausland – Guthaben können nur im Land selbst eingefordert werden.

Sind One-Stop-Shop und lokale Registrierungen im Ausland als Kombination möglich?

Es kann von einem Händler oder Unternehmer sowohl die lokale Registrierung als auch OSS genutzt werden. Dies ist sinnvoll, da es Transaktionen gibt, welche jeweils nur über eines der Verfahren abgewickelt werden dürfen. Es sollte jedoch bei einer bestimmten Art von Transaktionen jeweils das gleiche Verfahren genutzt werden (z.B. für innergemeinschaftliche Fernverkäufe).

Kontaktieren Sie dafür bitte unbedingt Ihren Steuerberater!

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